Mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder Campervan zu reisen bedeutet, ein anderes Italien zu entdecken. Man muss nur die Hauptstrecken verlassen, und schon findet man sich in stillen Regionen wieder – zwischen Hügeln, Bergen und kleinen Dörfern, in denen die Zeit langsamer zu vergehen scheint.
Das italienische Hinterland besteht aus unberührten Landschaften, alten Traditionen und regionalen Spezialitäten, die die Geschichte jeder Region erzählen. Hier können Reisende mitten in der Natur eine Pause einlegen, auf Wanderwegen unterwegs sein, lokale Museen und versteckte Sehenswürdigkeiten besuchen oder einfach die Ruhe bei einem Halt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb genießen.
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Entdecken wir gemeinsam einige weniger bekannte Regionen Italiens – entlang einer Route von Nord nach Süd, perfekt für Ihre Reise mit dem Wohnmobil.
Friuli Venezia Giulia
Zwischen Hügeln, Burgen und alpinen Traditionen
Das Hinterland von Friaul-Julisch Venetien ist ein überraschendes Reiseziel für alle, die mit dem Wohnmobil, Caravan oder Campervan unterwegs sind und eine noch wenig bereiste Gegend entdecken möchten.
Von den sanften Hügeln des Collio aus können Sie panoramareiche Straßen zwischen ordentlich angelegten Weinbergen und kleinen Orten wie Cormòns entlangfahren – dort scheint die Zeit langsamer zu ticken. Von hier aus erreichen Sie San Floriano del Collio und können auf Wegen durch Wälder und Grenzhügel spazieren, ideal für eine ruhige Wanderung mit Blick auf die Reben und die Julischen Alpen.
Weiter Richtung Osten ist Cividale del Friuli ein Muss für Geschichtsinteressierte. Die langobardische UNESCO-Stadt bewahrt einzigartige Monumente wie das Tempietto Longobardo mit seinen Stuckverzierungen sowie die stimmungsvolle Teufelsbrücke, die über dem türkisfarbenen Wasser des Natisone schwebt.
Für ein noch authentischeres Erlebnis lohnt sich ein Abstecher in die Carnia, eine der ursprünglichsten Alpenregionen der Gegend. In Sauris finden Sie ein Bergdorf mit Holzhäusern und blumengeschmückten Balkonen, umgeben von Wäldern und Wanderwegen. Der Sentiero dell’Acqua verbindet den Sauris-See mit kleinen Ortsteilen und Aussichtspunkten – eine einfache und zugleich sehr reizvolle Tour.
Genießen Sie unterwegs typische Spezialitäten aus dem friau(l)ischen Hinterland: Frico mit Polenta (knusprig und würzig), die Gubana (traditioneller Kuchen mit Trockenfrüchten) und den berühmten San-Daniele-Schinken, ein kulinarisches Wahrzeichen der Region.
Marche
Hügel, historische Theater und Renaissance-Orte
Die Marken im Landesinneren sind perfekt, um ein authentisches Italien zu entdecken – mit sanften Landschaften, kleinen Orten und tief verwurzelten kulturellen Traditionen.
Das Städtchen Offida begeistert mit einem eleganten, kompakten historischen Zentrum. Hier können Sie das Teatro Serpente Aureo besuchen, eines der faszinierendsten historischen Theater der Marken, reich verziert mit Holzarbeiten und Samt. Unweit davon dominiert die Kirche Santa Maria della Rocca auf einem Felsvorsprung die Landschaft – eindrucksvoll gelegen und mit mittelalterlichen Fresken.
Für Natur- und Wanderfans ist der Nationalpark Monti Sibillini ein echtes Highlight. Eine der schönsten Routen führt zum Lago di Pilato, einem kleinen Gletschersee, eingebettet zwischen den Gipfeln des Monte Vettore. Im Frühling und Sommer verwandelt sich die Hochebene von Castelluccio di Norcia dank der Linsenblüte in ein farbenfrohes Mosaik – eines der bekanntesten Naturschauspiele des Apennins.
Weiter durch die Hügel erreichen Sie Matelica, eine geschichtsträchtige Stadt, umgeben von Weinbergen und Bergen. Empfehlenswert sind das Museo Archeologico Piersanti mit römischen und mittelalterlichen Funden sowie ein Spaziergang durch das ruhige Zentrum mit seinen Plätzen und Palazzi.
Auch kulinarisch überzeugen die Marken: Probieren Sie Olive all’Ascolana, die herzhaften Vincisgrassi (eine reichhaltige Ofenpasta) und die Crescia sfogliata, eine warme, blättrige Focaccia.
Umbria
Stille Dörfer und spirituelle Landschaften
Umbrien ist das grüne Herz Italiens. Abseits der bekanntesten Städte gibt es hier ein Hinterland aus ruhigen Dörfern, Panoramastraßen und Wegen, die von Stille geprägt sind.
Im Herzen des umbrischen Tals liegt Montefalco , ein kleines Dorf, umgeben von bewirtschafteten Hügeln. Das helle, kompakte Zentrum gruppiert sich um den Hauptplatz. Besuchen Sie die Chiesa Museo di San Francesco mit Renaissance-Fresken und sakralen Kunstwerken und spazieren Sie anschließend entlang der Stadtmauern mit Blick über die umbrische Landschaft.
Für alle, die gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, bietet Umbrien ideale Routen. Ein besonders schöner Abschnitt der Via di Francesco verbindet Spoleto mit Trevi und führt durch Hügel, Olivenhaine und kleine Wälder. Unterwegs entdecken Sie Kapellen, Einsiedeleien und Dörfer entlang des Weges.
Eine weitere charmante Etappe ist Bevagna, ein mittelalterlicher Ort in der Ebene zwischen Foligno und Montefalco. Hier lohnt sich ein Besuch der Piazza Silvestri, einem der am besten erhaltenen mittelalterlichen Plätze Italiens, sowie des Stadtmuseums, das die Geschichte der Region erzählt.
Auch kulinarisch hat Umbrien viel zu bieten: Torta al testo (gefüllt mit Wurstwaren oder Gemüse), Strangozzi mit Trüffel und die umbrische Porchetta, knusprig und aromatisch.
Molise
Zwischen Tratturi, Burgen und zeitlosen Dörfern
Molise ist eine der weniger bekannten Regionen Italiens – doch genau hier finden Sie stille Landschaften, sanfte Berge, Wälder und kleine Dörfer, in denen Traditionen lebendig bleiben.
Typisch für Molise sind die Tratturi, die alten Wege der Transhumanz. Der Tratturo Pescasseroli–Candela gehört zu den wichtigsten und durchquert die Region mit weiten Blicken über Weiden und Hügel. Sie können einzelne Abschnitte zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden – auf den Spuren der Hirten, die jahrhundertelang ihre Herden zwischen Abruzzen und Apulien führten.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt Scapoli, ein kleines Bergdorf, bekannt für die Herstellung von Zampogne. Besuchen Sie das Internationale Zampogna-Museum, das traditionelle Instrumente aus verschiedenen italienischen Regionen und anderen europäischen Ländern zeigt.
Für Bergliebhaber ist Capracotta ein absolutes Muss – einer der höchstgelegenen Orte des Apennins. In der Nähe befindet sich der Giardino della Flora Appenninica, ein Naturareal mit Wegen durch typische Bergpflanzen.
Auch kulinarisch überrascht Molise: Cavatelli al sugo, oft mit Fleisch oder Tomate, die Pezzata di pecora aus der Hirtenküche und Taralli aus Molise, perfekt als Snack während eines Stopovers.
Basilicata
Calanchi, Felsdörfer und mondähnliche Landschaften
Die Basilikata ist eine überraschende Region, in der sich die Landschaft ständig verändert: von windgeformten Tonhügeln zu felsigen Bergen, von Dörfern auf steinernen Sporen zu stillen Tälern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Eine der eindrucksvollsten Kulissen bietet der Parco dei Calanchi di Aliano. Hier formen die Tonhügel spektakuläre Wellen – fast wie eine Mondlandschaft. Auf den Wegen erreichen Sie Aussichtspunkte, von denen aus sich das gesamte Panorama überblicken lässt.
Im Herzen der Region liegen die Piccole Dolomiti Lucane, eine Berggruppe mit markanten Formen. Die Dörfer Castelmezzano und Pietrapertosa, eingebettet in Felsen, bieten wirklich spektakuläre Szenerien. Hier können Sie den Percorso delle Sette Pietre wandern – einen Weg, der die beiden Orte durch Wälder, Schluchten und künstlerische Installationen verbindet, inspiriert von lokalen Legenden.
Eine weitere geschichtsträchtige Etappe ist Venosa, der Geburtsort des Dichters Horaz. Im Archäologischen Park von Venosa besichtigen Sie die Reste der römischen Stadt, frühchristliche Katakomben und die imposante Abbazia della Santissima Trinità, ein religiöser Komplex, der verschiedene Baustile vereint und Jahrhunderte Geschichte erzählt.
Lassen Sie sich in der Basilikata auch kulinarisch verführen: Peperoni cruschi (knusprig und aromatisch), Strazzata (traditionelles Brot) und die Lucanica, eine würzige Wurst aus der Hirtenkultur.
Calabria
Berge, Nationalparks und Arbëreshë-Dörfer
Das Landesinnere Kalabriens ist ein überraschendes Reiseziel – mit Bergen, Hochebenen, dichten Wäldern und kleinen Dörfern, in denen alte Traditionen weiterleben.
Zu den faszinierendsten Naturräumen gehört der Nationalpark Sila, eine große Hochebene mit Kiefern- und Tannenwäldern. Hier können Sie zahlreiche Wege zwischen Wäldern und Seen erkunden, etwa rund um den Lago Arvo – ideal für eine entspannte Wanderung oder Radtour. In der Umgebung liegen kleine Bergorte wie Lorica, perfekt als Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Hochebene.
Weiter nördlich, im Nationalpark Pollino, erreichen Sie das Dorf Civita, eines der Zentren der Arbëreshë-Gemeinschaft, Nachfahren der Albaner, die im 15. Jahrhundert hierher kamen. Beim Spaziergang durch steinerne Häuser und enge Gassen entdecken Sie besondere Architektur und grandiose Ausblicke auf das Tal des Raganello.
Für einen Sprung in die Geschichte besuchen Sie den Archäologischen Park von Scolacium nahe Borgia. Dort liegen die Reste einer römischen Stadt zwischen Olivenbäumen und Feldern: ein römisches Theater, gepflasterte Straßen und die Überreste einer großen normannischen Basilika – in einer ruhigen und stimmungsvollen Umgebung.
Auch die kalabrische Küche ist intensiv: ’Nduja, eine weiche, scharfe Wurst, Fileja, handgemachte Pasta mit kräftigen Saucen, und traditionelle Süßigkeiten wie Mostaccioli.
Fazit
Das italienische Hinterland ist perfekt für alle, die mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder Campervan unterwegs sind und authentische Orte fernab vom Massentourismus entdecken möchten. Zwischen Panoramapfaden, Dörfern, lokalen Museen und regionalen Spezialitäten bietet jede Region überraschende Erlebnisse.
Dank der Freiheit des Reisens mit dem Wohnmobil können Sie anhalten, wo Sie möchten, Ihre Stopovers in Ruhe planen und wirklich naturnah übernachten – zum Beispiel auf einem Bauernhof, in einem Agriturismo oder Weingut, im direkten Kontakt mit Menschen, die die Region leben und prägen.
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